Algen - Pilze - Flechten auf Fassaden und anderen Oberflächen

Dieses Thema ist Reizthema,

als Problem von Betrieben und Verarbeitern häufig unterschätzt und von Auftraggeberseite erst als solches erkannt und wahrgenommen, wenn der Befall der Flächen bereits fortgeschritten ist.

Algen - Pilze -Flechten, somit Grund genug sich diesem Thema, abseits der Emotionen, zu nähern und einmal die  Ursachen, Wirkungen und Vermeidungsstrategien zu beleuchten, damit sowohl Verbraucher, als auch Verarbeiter und Unternehmer vor bösen Überraschungen geschützt sind.


Eine stark mit Algen beaufschlagte Giebelfläche

Dichter Algen- und Pilzbefall auf der Rückseite einer Fertiggarage.
Dichter Algen- und Pilzbefall auf der Rückseite einer Fertiggarage.

Die Probleme bei Außenflächen ergeben sich im Allgemeinen durch die Luftalgen. Sie bestehen im Regelfall aus einer einzelnen Zelle mit einem Durchmesser von >10 my. Dies entsprich in etwa der Größe eines Staubpartikels. Diese Zellen werden mit dem Wind angetragen und lagern sich auf den Oberflächen ab.

Wenn nun die Algen entsprechend intensiv mit Feuchtigkeit beaufschlagt werden, hier reicht Nebel, Kondensfeuchte und natürlich auch Regen aus, beginnen die Algen sich durch Zellteilung zu vermehren. Es entstehen sog. Algenkolonien. Diese sind aber erst nach einer Überlagerung von mehreren 100 oder gar 1000 Zellen überhaupt sichtbar.

Unter für das Algenwachstum ungünstigen Bedingungen können diese Zellhaufen auch austrocknen, überleben aber auch längere Zeiträume ohne Feuchtigkeit und Nahrungsaufnahme, um nach dem Einsetzen günstigerer Lebensbedingungen, sich wieder zu teilen.

 

Nicht nur raue oder organische Untergründe sind betroffen.



Sogar Verkehrsschilder und Stromverteilerkästen sind heute von Algenbefall betroffen.



Algen müssen nicht immer grün sein.

Hier zeigt sich ein erheblicher Befall von Rotalgen an einer Fassadenfläche.

Flechten
Flechtenbewuchs auf Dachziegeln

Einen weiteren artverwandten Bewuchs stellen die Flechten dar. Hier werden häufig Dachziegel oder ähnliche Oberflächen befallen.

Woher kommt nun aber der in den letzten Jahren so stark vermehrte Zuwachs von Algen- und Flechtenbefall auf Oberflächen und für uns hier interessanten Fassadenflächen?

In den 70er bis weit hinein in die 80er Jahre sorgte der sog. saure Regen dafür, dass der Algen- und Flechtenbewuchs in seiner Entstehung schon abgetötet wurde. Die in Verbindung mit dem Regen aus den Luftschadstoffen entstehende Schwefelsäure, tötete die Algen- und Flechtenzellen ab, so dass sich diese nur an sehr speziellen Fläche, bzw. in wenigen, nicht durch Luftschadstoffe stark belasteten Regionen niederschlagen und wachsen konnten. Somit ist die heute feststellbare Besiedlung von Oberflächen mit Algen und Flechten im Grund zu begrüßen.

Was bedeuten die veränderten lufthygienischen Umstände nun konkret für den Verbraucher / Nutzer, sowie die Verarbeiter / Unternehmer? Manchmal werden Algen, Pilze und Flechten im häuslichen Bereich als stilvolle Patina an kunstvoll gestalteten Tongefäßen oder Skulpturen aus Stein oder Terrakotta gesehen. Hier vermitteln sie ein stilvolles und antikes Ambiente.

Spätestens jedoch, wenn sich der Bewuchs auf Bauwerksflächen befindet, hört für manchem die Freude an dieser Patina auf. Sie stört dann das ästhetische Empfinden der Eigentümer. Daher sind die komplexen Umgebungsbeziehungen, die Lage und die daraus resultierenden Wechselbeziehungen sowie die geplante Nutzung eines Gebäudes grundsätzlich schon bei der Planung zu beachten. Überaus wichtig sind dabei ausreichende Überstände bei Dächern und Abdeckungen sowie die gezielte Wasserableitung.

Algen Fertiggarage
Ansicht einer Fertiggarage. Keinerlei Dachüberstand mit der Folge unkontrollierten Wasserablaufs an der gesamten Bauwerksfläche.

Denken wir an Flächen wie Terrassenböden, Fenster, Türen oder Verkleidungsflächen, so stellen wir fest, dass es sich hierbei um meist glatte, gut zugängliche Flächen handelt, die im Allgemeinen einer ständigen Unterhaltspflege durch Reinigung unterzogen werden.

Bei Fassadenflächen ist dies in der Regel anders. Hier findet keine regelmäßige Reinigung statt, und diese Flächen werden in der Unterhaltspflege eher vernachlässigt. An diesen Flächen entsteht ein Bewuchs, der früher oder später störend wirkt. Werden diese Flächen nicht in eine Unterhaltspflege mit einbezogen, und ist erst einmal sichtbarer Bewuchs erkennbar, so ist der Einsatz chemischer Mittel unvermeidlich.

Biologischer Bewuchs, somit Algen, Flechten und Pilze, ist eine Art Verschmutzung, dessen Wahrscheinlichkeit im Auftreten und Umfang NICHT abschätzbar ist, da die zur Entstehung der Mikroorganismen sowie deren Wachstum notwendigen Umstände am Objekt nicht sicher prognostizierbar sind.

Auf dieser Seite haben wir nun einiges über die Entstehung der Mikroorganismen gelesen. Was aber kann man nun machen, um auch schwer zugängliche Flächen vor dem Befall mit Mikroorganismen zumindest temporär zu schützen?

Wir haben Ihnen hierzu einige Links zur weiteren Information bereitgestellt:
Algizide, Fungizide - eine Begriffsbestimmung
    
Beurteilung zu bearbeitender Flächen vor der Beschichtung  und  Ausführung der Beschichtungsarbeiten  (in Arbeit)