Nanotechnologie

Der Sammelbegriff gründet auf der allen Nano-Forschungsgebieten gleichen Größenordnung vom Einzelatom bis zu einer Strukturgröße von 100 Nanometern (nm). Diese Größenordnung bezeichnet einen Grenzbereich, in dem die Oberflächeneigenschaften gegenüber den Volumeneigenschaften der Materialien eine immer größere Rolle spielen und zunehmend quantenphysikalische Effekte berücksichtigt werden müssen. In der Nanotechnologie stößt man also zu Längenskalen vor, auf denen besonders die Größe die Eigenschaften eines Objektes bestimmen. Man spricht von „größeninduzierten Funktionalitäten“.

Neuerdings werden Produkte angeboten, deren biozide Wirkung durch Zugaben erreicht werden deren Größe im Nanobereich liegt. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter (10-9 m). Der Begriff Nano hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet Zwerg. Wenn man sich die vorgenannte Größe überhaupt noch vorstellen kann, ist dieser Begriff sicherlich angemessen.

"Nanoteilchen" kommen natürlich in unserer Umwelt vor, die Organismen, auch der menschliche Organismus ist darauf eingerichtet und trägt durch diese Teilchen, keinen Schaden davon.
Sorgen bereiten in diesem Zusammenhang künstlich erzeugte Nanopartikel. Diese Teilchen werden, vereinfacht dargestellt, in einer Matrix eingebunden, um in der entsprechende Lage im Produkt ihre gewünschte Wirkung entfalten zu können.

In diesem Zusammenhang ist weitestgehend ungeklärt, was passiert, wenn z.B. durch Erosion, mechanischer Belastung, oder einfachem Verschleiß, diese Matrix aufgebrochen wird und die freigesetzten Nanopartikel sich in der Umwelt bewegen, ablagern und dann in den Organismus gelangen. Man weiß, dass diese Nanopartikel so klein sind, dass sie durch die Zellmembranen des Körpers hindurch in die Zellen gelangen können, und dort zu Veränderungen der Zelle führen. Noch nicht bekannt sind die daraus evtl. erwachsenden Folgen. Es besteht jedoch der Verdacht der Zellschädigung und Erbgutveränderung, sowie der Bildung von bösartigen Veränderungen der betroffenen Zellen.

Die Nanotechnologie zeigt erstaunliche Erfolge und Effekte, dennoch muss man sich auch über die Risiken einer solchen Technik Gedanken machen. Zu sehr stehen einem noch die schrecklichen Folgen der Asbestfasern oder die Folgen der Verwendung von Formaldehyd als äußerst wirkungsvolles Holzschutzmittel vor Augen.

Es gilt also den unbestreitbaren Vorteil der mit Nanotechnologie ausgestatten Produkten mit den Nachteilen aus deren Verwendung abzuwägen.

Hierzu einige kritische Stimmen

Nanotechnologie. Kleine Teile – grosse Zukunft?

2004 erschien der viel beachtete und überraschend skeptische Report „Nanotechnologie. Kleine Teile – grosse Zukunft?“ der schweizerischen Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re. Der Report eines der weltgrößten Rückversichereres äußert die Befürchtung, dass Nanotubes ähnliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnten wie Asbest. Versicherungen wird empfohlen, die Risiken von Nanotechnologie auf keinen Fall unbegrenzt zu versichern. Um kumulative Folgeschäden für die Branche zu vermeiden, wird gefordert, die Versicherungen auf Versicherungsverträge bei Nanotechnologie grundsätzlich mit einer maximalen abzudeckenden Schadenshöhe zu versehen.

Chancen und Risiken von Nanotechnologie

Im Juni 2005 veröffentlichte die Allianz Versicherungs-AG eine Studie über die Chancen und Risiken von Nanotechnologie. Das Fazit: Forschung und Industrie müssten fundierte Erkenntnisse über Risiken erarbeiten. Wichtig seien internationale Standards, Langzeit-Beobachtung und Risiko-Transfer. „Das eigentliche Risiko der Nanotechnologie“, so die Studie „ist die Lücke, die zwischen ihrer dynamischen Entwicklung und dem Wissen um mögliche Gefahren und den gültigen Sicherheitsstandards zur Vermeidung negativer Auswirkungen besteht.“ Die beteiligten Allianz-Experten warnen vor „mögliche[n] Risiken […], die nicht nur gesundheitliche, sondern auch weitreichende wirtschaftliche Folgen haben könnten, wenn mit ihnen nicht professionell umgegangen wird.“

Nanotech Raises Worker-Safety Questions

Am 8. April 2006 veröffentlicht die Washington Post einen Artikel mit der Überschrift „Nanotech Raises Worker-Safety Questions“, in dem beklagt wird, dass „keine bundesstaatlichen oder Bundesregeln zum Arbeitsschutz die spezifischen Gefahren von Nanomaterialien betreffen, obwohl viele Labor- und Tierstudien gezeigt haben, dass Nanopartikel […] eigenartige biologische Reaktionen hervorrufen und viel toxischer sein können als größere Partikel derselben Chemikalien“. Der Artikel berichtet von Regierungsberatern, die nicht einmal wüssten, worauf genau sie ihre Untersuchungen konzentrieren sollten, auf deren Grundlage schließlich die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen zu entwickeln seien. Währenddessen gehe die Handhabung von Nanomaterialien in der Industrie ungebremst und ohne Sicherheitsstandards weiter.

American Association for Cancer Research

Auf der Jahrestagung der US-amerikanischen „American Association for Cancer Research“ im April 2007 wird eine Untersuchung von Forschern der University of Massachusetts vorgestellt, die feststellt, daß Nanopartikel in Gewebezellen die DNA schädigen und Krebs auslösend wirken können. Die Forscher empfehlen große Vorsicht bei Fertigungsverfahren mittels Nanotechnologie und die Vermeidung unkontrollierten Entweichens in die Umwelt. Sie beklagen die fehlenden gesetzlichen und arbeitsschutzregulierenden Maßnahmen hinsichtlich des Umganges mit Nanopartikeln: „Es wäre vernünftig, ihre Ausbringung in die Umwelt zu begrenzen“, so eine Forscherin der Universität  .